Quellen prüfen und Datenschutz: was deinen Mac verlässt
Deine Abschlussarbeit, dein Manuskript und die Abgaben deiner Studierenden bleiben auf dem Mac. Benthic sendet nur, was eine Abfrage braucht: meist DOI, Titel und Autor:innen.
Ein Entwurf der Bachelorarbeit, ein unveröffentlichtes Manuskript, ein Ordner mit Hausarbeiten: Solche Texte lädst du nicht auf irgendeine Website hoch. Um ihre Quellen zu prüfen, musst du trotzdem Datenbanken außerhalb deines Rechners fragen, ob es jede Quelle gibt. Entscheidend ist also, was diese Datenbanken zu sehen bekommen.
Was den Mac nie verlässt
Deine Dokumente. Prüfst du eine ganze Arbeit, liest Benthic die PDF-, Word-, LaTeX- oder Textdatei auf deinem Mac, findet dort das Literaturverzeichnis und die Zitate im Text und gleicht beides auch dort ab. Wörtliche Zitate vergleicht es ebenfalls auf dem Mac mit dem geladenen Volltext, und die Suche nach der Belegstelle läuft offline. Sind Satz und Quelle in verschiedenen Sprachen, übersetzt die App den Satz vorher auf dem Mac. Bei der Stapelprüfung für Lehrende ist es genauso: Die Abgaben bleiben, wo sie sind.
Auch Bibliothek, Projekte, Verlauf und PDFs bleiben auf dem Mac. Einstellungen, Bibliotheksindex, Projekte und Verlauf liegen in ~/Library/Application Support/Benthic, die PDFs in deinem Zielordner, standardmäßig ~/Documents/Benthic. Benthic hat kein Konto, keine Cloud und keinen eigenen Server, es gibt also keinen anderen Ort, an dem etwas davon landen könnte.
Was an die wissenschaftlichen Dienste geht
Um eine Angabe zu prüfen, muss Benthic jemanden fragen, der die Literatur kennt. Es schickt die Angaben der Quelle selbst: die DOI, oder, wenn es keine oder eine falsche gibt, Titel und Autor:innen (dazu das Jahr, um die Suche einzugrenzen). Empfänger sind öffentliche wissenschaftliche Dienste: Crossref, OpenAlex, doi.org und Europe PMC, für Bücher und Kapitel ohne DOI außerdem Semantic Scholar und Open Library. Lädt Benthic einen Artikel, bekommen die Open-Access-Quellen dessen DOI, und das Repositorium oder der Verlag, bei dem das PDF liegt, sieht eine Download-Anfrage, ganz ähnlich wie aus deinem Browser. Bietet Benthic einen Link über den Proxy deiner Bibliothek an, öffnet er sich in deinem Browser, wie jeder Besuch auf der Website der Bibliothek.
Drei Dienste bekommen zusätzlich die E-Mail-Adresse, die du bei der Einrichtung angegeben hast. Unpaywall verlangt sie bei jeder Anfrage. Crossref und OpenAlex bitten darum und beantworten solche Anfragen in ihrem „höflichen Pool“. Lässt du das Feld leer, geht deine Adresse nirgendwohin.
Für die Stufen der Zeitschriften fragt Benthic das finnische Publikationsforum JUFO nach der ISSN, also der Nummer der Zeitschrift. Über den Artikel oder über dich sagt sie nichts. Abschalten kannst du das in den Einstellungen unter Zeitschriften und Listen.
Was regelmäßig läuft
Die Rückzugswache schickt einmal am Tag die DOIs deiner Projektquellen gebündelt an Crossref und OpenAlex, um zu erfahren, ob inzwischen eine zurückgezogen oder korrigiert wurde. Dabei verlassen nur DOIs den Mac. Abschalten kannst du sie unter Projekte, für alle Projekte oder für ein einzelnes.
Die DOAJ-Listen fragwürdiger Zeitschriften lädt Benthic höchstens einmal pro Woche. Das ist ein schlichter Download einer öffentlichen Liste, über dich oder deine Quellen wird nichts gesendet. Der Retraction Watch Hijacked Journal Checker funktioniert genauso und ist standardmäßig ausgeschaltet.
Zotero erreicht Benthic nur unter 127.0.0.1, also auf deinem eigenen Mac, über denselben lokalen Connector, den auch die Browser-Erweiterung von Zotero nutzt. Um deine Zotero-Bibliothek auf Rückzüge zu prüfen, liest Benthic eine Kopie der Datenbank und schreibt nie hinein.
Kein Konto, keine Telemetrie
Benthic sammelt keine Nutzungsdaten: Nichts darüber, wie du die App nutzt, wird irgendwohin gesendet. Die einzige Verbindung zu benthic.isoglu.com ist die Update-Prüfung beim Start, die eine kleine Datei ohne Kennung abruft. Die Website misst Besuche nur, wenn du im Cookie-Hinweis zustimmst, und das hat mit der App nichts zu tun.
Eines liegt nicht in Benthics Hand. Verbindest du einen KI-Assistenten, laufen die Werkzeuge zwar auf deinem Mac, aber der Assistent sieht, was sie zurückgeben, etwa einen Prüfbericht oder den Text eines Artikels, den er liest. Wohin das geht, hängt vom Assistenten ab, den du nutzt.
Warum das bei Abschlussarbeiten und Manuskripten zählt
Eine Abschlussarbeit vor der Abgabe, ein Manuskript in der Begutachtung und eine Hausarbeit haben eines gemeinsam: Die Autor:innen haben sie nicht veröffentlicht, und vielleicht hat jemand Vertraulichkeit zugesagt. Gutachter:innen können die Quellen eines Manuskripts prüfen, ohne dass das Manuskript irgendwohin geht. Und falls deine Hochschule regelt, wohin Arbeiten von Studierenden hochgeladen werden dürfen: Die Stapelprüfung lädt nichts hoch, nachgeschlagen werden nur die Angaben, Eintrag für Eintrag.
Glauben musst du das nicht. Einstellungen › Nutzung und Grenzen zählt jede Anfrage von Benthic, je Dienst, und das „Protokoll der letzten Anfragen“ zeigt die jüngsten Anfragen mit ihrer Adresse, wobei E-Mail-Adressen und Schlüssel ausgeblendet sind. Eine geprüfte Abschlussarbeit erscheint dort als Reihe von Abfragen nach DOI oder Titel, nie als Upload. Die Kurzfassung steht im Abschnitt zum Datenschutz auf der Produktseite, die lange im Quellcode auf GitHub, und warum die Einrichtung überhaupt nach deiner E-Mail-Adresse fragt, erklärt der Beitrag zur Installation.